Basel-Stadt


Der Kanton Basel-Stadt weist vielfältige lebendige Traditionen auf, die häufig eine regionale, im Fall etwa der Basler Fasnacht eine nationale oder gar internationale Ausstrahlung aufweisen. Lebendige Traditionen kommen aber nicht nur in traditionellen Grossanlässen zum Ausdruck, sondern sind auch im alltäglichen Leben der Menschen von Bedeutung. Beispiele dafür sind eine lebendige Vereinskultur, die ganzjährige Vorbereitungszeit der Basler Fasnacht mit einer vielfältigen Cliquen-Kultur, aber auch das gelebte Zunft- und Gesellschaftswesen, wie es rund um den «Vogel Gryff» anzutreffen ist oder etwa die Präsenz der traditionellen Basler Fähren auf dem Rhein als beliebtes Transportmittel im Alltag.

Die Fördermassnahmen

Der Fokus der Kultur-Fördermassnahmen liegt im Kanton Basel-Stadt angesichts der hohen Dichte an Museen, weiteren Institutionen und der innovativen Kunst- und Kulturszene eindeutig im professionellen Bereich. Die Volkskultur im Sinne der lebendigen Traditionen wird nur punktuell oder indirekt staatlich gefördert, etwa mit regelmässigen Beiträgen an die Verbände der traditionellen Blasmusik oder auch mit dem Chorfördermodell, das die besondere Qualität der äusserst vielfältigen und lebendigen Chorszene der Region Basel berücksichtigt. Regelmässig werden traditionelle und volksnahe kulturelle Anlässe wie etwa «Em Bebbi sy Jazz» aus den Mitteln des Swisslos-Fonds gefördert.

Selbstverständlich bestehen auch vielfältige Bezüge zwischen den lebendigen Traditionen und der Vermittlung des reichen materiellen Kulturerbes. Für die Sicherung, Erhaltung und Vermittlung des natur- und kulturgeschichtlichen Erbes des Kantons sind neben den fünf staatlichen Museen die Archäologische Bodenforschung, das Basler Staatsarchiv sowie die Kantonale Denkmalpflege zuständig und von grosser Bedeutung.

Die lebendigen Traditionen des Kantons Basel-Stadt

Das populärste Beispiel ist zweifellos die Basler Fasnacht, welche an drei Tagen im Jahr stattfindet, aber mit ihrer weit reichenden Bedeutung von vorfasnächtlichen Veranstaltungen und individueller kreativer Vorbereitung, mit der reichen Kultur der Cliquen die Stadt auch ausserhalb der «drey scheenschte Dääg» prägt und belebt. Die Fasnacht selbst ist zudem eine touristische Attraktion und ein national wahr genommenes volkskulturelles Ereignis.

Nicht wegzudenken aus dem Jahresreigen der Stadt ist auch die über 500 Jahre alte Basler Herbstmesse. Sie gilt heute als grösster Jahrmarkt der Schweiz und ist als Innenstadtmesse mit der Stadt Basel und ihrer Bevölkerung eng verbunden. Charakteristisch sind dabei verschiedene kulinarische Spezialitäten wie der «Mässmogge» oder das Magenbrot. Die Basler Herbstmesse zieht jeweils über einer Million Gäste aus dem In- und Ausland an.

Für die Kultur der Stadt einzigartig ist auch der «Vogel Gryff», welcher von den drei Kleinbasler Ehrengesellschaften organisiert und durchgeführt wird. Es ist der wichtigste Feiertag des Kleinbasels und findet abwechselnd am 13., 20. und 27. Januar statt. Elemente des komplexen Brauches sind die Flossfahrt, der Gang des Spiels durch das Kleinbasel und die traditionellen Tänze der drei Ehrenzeichen, welche von einer grossen Zahl von Besucherinnen und Besucher aus der Stadt und Region, insbesondere auch von Kindern, begleitet werden.

Schliesslich gehören auch das sommerliche Rheinschwimmen, das Leben mit dem Risiko eines Industrie- und Chemiestandortes, insbesondere nach der Katastrophe von Schweizerhalle 1986, das Phänomen der mäzenatischen Kunstförderung sowie die hohe Identifikation mit dem Basler Zoo zu Phänomenen von gelebten Traditionen in Basel-Stadt – die Aufzählung bleibt unvollständig.

Referenzen