Chalandamarz


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

«Chalandamarz» bezeichnet in der rätoromanischen Sprache den Beginn des Monats März. An diesem Tag wird der Winter mit Glocken ausgeläutet und der nahende Frühlingsbeginn gefeiert. Der Brauch, der im bekannten Kinderbuch «Schellenursli» von Selina Chönz und Alois Carigiet dargestellt ist, wird im Engadin, Münstertal, Bergell, Puschlav, Misox, Oberhalbstein und Albulatal ausgeübt. Seine Gestaltung ist von Dorf zu Dorf verschieden. Schulkinder in Bauernblusen, Zipfelmützen und Trachten ziehen am frühen Morgen mit Glocken und Peitschen um die Brunnen, von Haus zu Haus und singen Chalandamarz-Lieder. Sie sammeln Esswaren und Geld für das gemeinsame Mahl und für die Schulreise. In einigen Dörfern (beispielsweise in Zuoz oder Samedan) nehmen traditionsgemäss nur die Knaben am Umzug teil. In Zuoz üben sie das Peitschenknallen bereits ab dem 1. Februar. Zwei Sonntage vor dem Fest wird der Umzug geprobt. Am Chalandamarz ziehen die Knaben als «Hirten» und «Kühe» mit Schellen durch das Dorf. Die Mädchen bereiten das Abendessen mit anschliessendem Ball vor. In Scuol findet neben dem Umzug der Wettkampf des «Peitschenknallens» statt. Der Ftaner Chalandamarz gleicht eher einem Fasnachtsumzug. Die Burschen sind kostümiert und prügeln die Mädchen mit aufgeblasenen Schweinsblasen. In Poschiavo und im Misox wird ein Schneemann als Symbol des Winters verbrannt.

Bildergalerie

  • Chalandamarz im Unterengadin © Peter Donatsch/Graubünden Ferien
  • In Scuol © Andrea Badrutt, Chur/ Engadin-Scuol Tourismus
  • Peitschenknallen in Scuol © Peter Donatsch/Graubünden Ferien
  • In Guarda © Andrea Badrutt, Chur/ Engadin-Scuol Tourismus
  • In Guarda © Nicolo Bass, Engadiner Post
  • In Celerina © Reto Stifel, Engadiner Post
  • Chalandamarz in Samedan © Duri Zisler, Samedan, 2007
  • In Ftan © Schule Ftan, 2004
  • Prügeln mit Schweinsblasen in Ftan © Martina Fontana, Ftan
  • Ftan: Links die Ziegenfellmütze («bulavitra») © Schule Ftan, 2005
  • Pupocc da marz: Vulkanausbruch in Island als Thema © Nadia Garbellini, Poschiavo 2011
  • Pupocc da marz: Neue Schuluniform (Pelerine) als Thema © Nadia Garbellini, Poschiavo 2011
  • Pupocc da marz: Der Winter wird verbrannt © Nadia Garbellini, Poschiavo 2011
  • In Zuoz © Martina Shuler
  • In Zuoz © Martina Shuler
  • Chalandamarz im Unterengadin © Peter Donatsch/Graubünden Ferien
  • In Scuol © Andrea Badrutt, Chur/ Engadin-Scuol Tourismus
  • Peitschenknallen in Scuol © Peter Donatsch/Graubünden Ferien
  • In Guarda © Andrea Badrutt, Chur/ Engadin-Scuol Tourismus
  • In Guarda © Nicolo Bass, Engadiner Post
  • In Celerina © Reto Stifel, Engadiner Post
  • Chalandamarz in Samedan © Duri Zisler, Samedan, 2007
  • In Ftan © Schule Ftan, 2004
  • Prügeln mit Schweinsblasen in Ftan © Martina Fontana, Ftan
  • Ftan: Links die Ziegenfellmütze («bulavitra») © Schule Ftan, 2005
  • Pupocc da marz: Vulkanausbruch in Island als Thema © Nadia Garbellini, Poschiavo 2011
  • Pupocc da marz: Neue Schuluniform (Pelerine) als Thema © Nadia Garbellini, Poschiavo 2011
  • Pupocc da marz: Der Winter wird verbrannt © Nadia Garbellini, Poschiavo 2011
  • In Zuoz © Martina Shuler
  • In Zuoz © Martina Shuler

Videoaufnahmen

Chalandamarz in Graubünden © RTR, 1.3.2001

Chalandamarz in Ftan © RTR, 3.3.2007

Chalandamarz in Guarda © RTR, 1.3.1995

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Albert Bärtsch: Schweizer Feste und Bräuche. Wädenswil, 2009

  • Werner Catrina: Ein Frühlingsfest im Tiefschnee. In: Feste im Alpenraum. Zürich, 1997

  • Chalandamarz. In: Dicziunari Rumantsch Grischun. Ed. Società retorumantscha. Chur, 1939-

  • Gion Gaudenz: Chalandamarz in Engiadin'Ota. In: Das Jahr der Schweiz in Fest und Brauch. Zürich, 1981

  • Fadrina Hofmann: Der Chalandamarz-Held ist männlich und Peitschenknaller. In: Südostschweiz, 2.3.2010

  • Riccardo Tognina: Puschlaver Volksbräuche und Dorffeste. In: Terra Grischuna no. 5, 1965

  • Riccardo Tognina: Volksleben und Volksbräuche im Puschlav. In: Terra Grischuna no. 6, 1979

Dossier
  • Chalandamarz

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 23.08.2012
    Grösse: 223 kb
    Typ: PDF