Stäcklibuebe


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

Mit den «Stäcklibuebe» oder «Stellbuebe» waren ursprünglich die Wehrpflichtigen gemeint, die erstmals Militärdienst leisteten und davor einer Einheit zugewiesen wurden. In der Nacht nach ihrer Aushebung kehrten sie nicht nach Hause zurück, sondern tranken das eine oder andere Gläschen Alkohol und trieben allerlei Schabernack. Beispielsweise entwendeten sie nachts Gegenstände aus Vorgärten und trugen diese an einem Platz zusammen. Dort mussten sie die Dorfbewohnerinnen und -bewohner tags darauf abholen. Seit der Einführung von sechs grossen Rekrutierungszentren für die ganze Schweiz im Jahr 2003 ging diese Tradition der «Stäcklibuebe» verloren.

Bis heute treten jedoch die «Stäcklibuebe» in einigen Gemeinden der Kantone Solothurn und Aargau in Erscheinung. Und inzwischen gibt es auch «Stäcklimeitli». Sie tragen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Gegenstände aus Vorgärten zusammen; einige Einwohner nutzen die Gelegenheit, ihr Sperrgut pünktlich vor die Tür zu stellen, und hoffen, dass die «Stäcklibuebe» es abtransportieren. In derselben Nacht stellen die «Stäcklibuebe» in vielen Gemeinden auch die sogenannten Maitannen oder -bäume auf. Sie nennen sich deshalb auch «Maibuben». In einigen Gemeinden sind die Stäcklibuebe und -meitli ferner für das Feuer des 1. Augusts oder für das Fasnachtsfeuer verantwortlich, was teilweise verbunden ist mit einer Tradition des «Scheibenschiessens».

Bildergalerie

  • Von «Stäcklibuebe» in der Nacht auf den 1. Mai in Niedergösgen (SO) zusammengetragene Gegenstände © Roger Flückiger, 2005
  • Die Maibäume der «Stäcklibuebe» («Maibuebe») in Niedergösgen (SO) © Roger Flückiger, 2005
  • In Bärschwil (SO) bauen die «Stäcklibuebe» das Gerüst des Fasnachtsfeuers mit massiven Holzstämmen © Tanja Karrer, 2011
  • Holzkonstruktion für das Fasnachtsfeuer in Bärschwil SO mit dem vorjährigen Maibaum und Namenschildern der Mädchen Jg. 1991 © Tanja Karrer, 2011
  • Von «Stäcklibuebe» in der Nacht auf den 1. Mai in Niedergösgen (SO) zusammengetragene Gegenstände © Roger Flückiger, 2005
  • Die Maibäume der «Stäcklibuebe» («Maibuebe») in Niedergösgen (SO) © Roger Flückiger, 2005
  • In Bärschwil (SO) bauen die «Stäcklibuebe» das Gerüst des Fasnachtsfeuers mit massiven Holzstämmen © Tanja Karrer, 2011
  • Holzkonstruktion für das Fasnachtsfeuer in Bärschwil SO mit dem vorjährigen Maibaum und Namenschildern der Mädchen Jg. 1991 © Tanja Karrer, 2011

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Oltner Tagblatt, 2. Mai 2009

Dossier
  • Stäcklibuebe

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 01.09.2012
    Grösse: 295 kb
    Typ: PDF