Genfer Illustrationen, Comics und Plakate


Kategorie:
Traditionelles Handwerk
Kanton:

Beschreibung

Genf ist nicht Paris, Tokio oder Brüssel, doch im Bereich der neunten Kunst besetzt die Calvin-Stadt trotzdem eine bedeutende Position. Zum einen, weil einer ihrer Söhne, Rodolphe Töpffer (1799-1846), als Vater des Comics – und insbesondere von dessen Theoretisierung – gilt. Er hatte sich als Erster im Bereich der "Grafik-Literatur" engagiert, als die er Comics selber bezeichnete. Zum anderen, weil Genf auf eine lange Tradition von illustrierten Plakaten zurückblicken kann, die in den Strassen ausgehängt wurden und noch heute mit einer einzigartigen Sichtweise die Diskussionen in der Gesellschaft und bedeutende regionale Ereignisse in Politik, Sport und Kultur zum Ausdruck bringen. Nachdem 1896 ein Wettbewerb für das offizielle Plakat der Landesausstellung durchgeführt worden war, entwickelte sich diese Bewegung während des 20. Jahrhunderts unaufhörlich weiter. Anschliessend machte die Sprechblasen-Literatur bis in die Nachkriegszeit einen Umweg über die Vereinigten Staaten, doch mit der Protestbewegung von 1968 kam es zu einem Wiederaufleben des Comics in Genf. Seit den 1970er Jahren haben über 150 Genfer Künstlerinnen und Künstler diese Kunstform mitgeprägt: Von Gérard Poussin über Aloys, Daniel Ceppi, Albertine und Tom Tirabosco bis hin zu Frederik Peeters haben sich viele einen Namen gemacht und dazu beigetragen, dass diese Tradition auf lokaler Ebene lebendig geblieben ist. Als eigentliches literarisches Phänomen hat Zep die Figur Titeuf mit ihrer bekannten blonden Haartolle geschaffen, wobei er sich vom Schulhof einer Genfer Schule inspirieren liess...

Bildergalerie

  • Rodolphe Töpffer: Les amours de Mr Vieux Bois, Genf, 1837 © Bibliothèque de Genève
  • Henry-Claudius Forestier: Cirage Babel, Babel & Cie, Acacias Genf, 1901? © Bibliothèque de Genève
  • Henri Fehr: Genf 16.-25. März 1934, Elfter Internationaler Automobil-, Motorrad- und Fahrradsalon, Genf, 1934 © Bibliothèque de Genève
  • Exem (Emmanuel Excoffier): Nein zur schleichenden Privatisierung der öffentlichen Verkehrsbetriebe von Genf © Bibliothèque de Genève
  • Rodolphe Töpffer: Les amours de Mr Vieux Bois, Genf, 1837 © Bibliothèque de Genève
  • Henry-Claudius Forestier: Cirage Babel, Babel & Cie, Acacias Genf, 1901? © Bibliothèque de Genève
  • Henri Fehr: Genf 16.-25. März 1934, Elfter Internationaler Automobil-, Motorrad- und Fahrradsalon, Genf, 1934 © Bibliothèque de Genève
  • Exem (Emmanuel Excoffier): Nein zur schleichenden Privatisierung der öffentlichen Verkehrsbetriebe von Genf © Bibliothèque de Genève

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Danielle Buyssens : Rodolphe Töpffer (1799-1846), de l’intuition à la théorie de la bande dessinée. In : Décor, design et industrie. Les arts appliqués à Genève. Ed. Alexandre Fiette. Paris, 2010, p. 385-394

  • Jean-Charles Giroud : L’affiche artistique genevoise 1890-1920. Genève, 1991

  • Jean-Charles Giroud : Les affiches politiques genevoises de l’entre-deux-guerres (Les belles pages de la Bibliothèque de Genève 3). Genève, 2009

  • Thierry Groensteen, Benoît Peeters : Töpffer, l’invention de la bande dessinée. Paris, 1994

  • Ariel Herbez : Affiches BD, vingt-cinq ans de création genevoise. Genève, 1996 (nouv. éd. avec catalogue)

  • Ariel Herbez : Le grand retour de la bande dessinée à Genève. In : Décor, design et industrie. Les arts appliqués à Genève. Ed. Alexandre Fiette. Paris, 2010, p. 399-412

  • Guy Mérat : A l’école d’arts appliqués (EAA) de Genève, l’illustration et la bande dessinée font banc commun. In : Prix de la Ville de Genève pour la bande dessinée 06. Genève, 2006

Dossier