Groppenfasnacht


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

Die Groppenfasnacht von Ermatingen ist ein kombinierter Fischer-, Frühlings- und Fasnachtsbrauch und findet als letzter Fasnachtsanlass der Schweiz drei Wochen vor Ostern statt. Höhepunkt bildet der alle drei Jahre stattfindende Groppenumzug. Rund 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ziehen durch die Strassen und beglücken 15'000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Angeführt wird der Umzug von einer überdimensional nachgebildeten Groppe. Ihr folgen traditionelle Fischergruppen, Frühlingssujets, Märchenfiguren, Fasnachtsgruppen und Guggenmusiken. Während des Umzugs werden die Besucherinnen und Besucher mit Fischknusperli und Weisswein aus der Region verwöhnt. Eingebettet ist der Umzug in ein mehrtätiges Volksfest mit Dorffasnachtsabend, Beizenfasnacht und Lumpenball.

Unter den heute kursierenden Legenden über die Entstehung des Anlasses scheint diejenige am wahrscheinlichsten, die die Groppenfasnacht auf ein Frühlingsfest der Fischer von Ermatingen zurückführt. Ermatingen verfügt über eine weit zurückreichende Fischertradition wie kaum ein anderes Dorf in der Schweiz. Bedeutend war insbesondere die Gangfischerei. Die Fangnetze und die schwarzen, flachbödigen Kähne wurden als «Segi» bezeichnet, die Fischerleute nannte man «Segimanne». Diese traditionelle Fischerei ist in Ermatingen allerdings verschwunden.

Bildergalerie

  • Die überdimensionale Groppe am Umzug der Groppenfasnacht © Daniel Höhn
  • Frühlingssujet am Umzug der Groppenfasnacht © Groppenkomitee Ermatingen
  • Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen den Umzug der Groppenfasnacht © Daniel Höhn
  • Die erste Frau im Komitee, Hedi Blattner (1918 – 2004) trat 1953 dem Gremium bei © Groppenkomitee Ermatingen
  • Berufsfischer Fritz Ribi (rechts) mit dem Fang des Tages, Mitte der 1990er-Jahre © Daniel Höhn
  • Die Groppe aus dem Jahre 1956 © Groppenkomitee Ermatingen
  • Das Groppenkomitee © Groppenkomitee Ermatingen
  • Die grosse Gangfischsegi vor Ermatingen © Groppenkomitee Ermatingen
  • Die überdimensionale Groppe am Umzug der Groppenfasnacht © Daniel Höhn
  • Frühlingssujet am Umzug der Groppenfasnacht © Groppenkomitee Ermatingen
  • Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen den Umzug der Groppenfasnacht © Daniel Höhn
  • Die erste Frau im Komitee, Hedi Blattner (1918 – 2004) trat 1953 dem Gremium bei © Groppenkomitee Ermatingen
  • Berufsfischer Fritz Ribi (rechts) mit dem Fang des Tages, Mitte der 1990er-Jahre © Daniel Höhn
  • Die Groppe aus dem Jahre 1956 © Groppenkomitee Ermatingen
  • Das Groppenkomitee © Groppenkomitee Ermatingen
  • Die grosse Gangfischsegi vor Ermatingen © Groppenkomitee Ermatingen

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Ferdinand Bolt: Die Ermatinger Groppenfasnacht. In: Thurgauer Jahresmappe. Arbon, 1967, p. 16-17

  • Thomas Vaterlaus, Monika Schiess: Der See, das Dorf und sein Fest. Ermatingen und der grosse Groppenumzug. Zürich, 2004

  • Wie entstand die Groppenfasnacht? In: Ermatinger Geschäftsblatt. 9. Ermatingen, 1949

Dossier
  • Groppenfasnacht

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 16.07.2012
    Grösse: 294 kb
    Typ: PDF