Anna Göldi


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

Ende des 18. Jahrhunderts gelangte das Glarnerland zu trauriger Berühmtheit: Es wurde 1781 Schauplatz eines der letzten Hexenprozesse in Europa. Die Tragödie entspann sich auf dem Hintergrund oligarchischer Familienstrukturen, die ihren schwindenden Einfluss durch einen spektakulären Gerichtsfall wiederherzustellen versuchten. Zu Hilfe kamen ihnen ein Gemisch aus Aberglaube und Aufklärung, welches in breiten Bevölkerungsschichten Anklang fand. Das Geschehen beförderte die Entstehung des Begriffes „Justizmord", der seither für jede Form von Mord im Namen staatlicher Willkür gebraucht wird. Eine breite Rezeption widerfuhr dem „Göldi-Handel" durch den 1982 publizierten Roman von Eveline Hasler. 2007 wurde in Mollis das Anna-Göldi-Museum eröffnet, welches sich der Leidensgeschichte der „Letzten Hexe" widmet. Wie sehr das ungerechte Urteil nach wie vor im Selbstbild der Glarner verankert ist, zeigt die offizielle Rehabilitation Anna Göldis im Jahre 2008 oder die Aktivitäten der Anna-Göldi-Stiftung, die seit 2009 alle zwei Jahre einen Menschenrechtpreis verleiht.

Bildergalerie

  • Im Zwicky-Haus in Mollis diente Anna Göldi zwischen 1768-1774. Hier ging sie auch ein Liebesverhältnis mit Melchior Zwicky ein © Klara Hübner, 2011
  • Auch Glarus hat einen Göldi-Weg: Durch diese Gasse Schritt Anna Göldi am 13. Juni 1782 zu ihrer Hinrichtung © Heinrich Speich, 2011
  • Wieviel bleibt von einem Menschenleben?: Kiste eins der Göldi-Akten im Landesarchiv des Kantons Glarus© Heinrich Speich, 2011
  • Wo Anna Göldi am 13. Juni 1782 ihr Leben gelassen hat, steht heute mitunter ein Schlachthaus © Heinrich Speich, 2011
  • Im Zwicky-Haus in Mollis diente Anna Göldi zwischen 1768-1774. Hier ging sie auch ein Liebesverhältnis mit dem Sohn des Hausherren, Melchior Zwicky ein © Klara Hübner, 2011
  • Auch Glarus hat einen Göldi-Weg: Durch diese Gasse Schritt Anna Göldi am 13. Juni 1782 zu ihrer Hinrichtung © Heinrich Speich, 2011
  • Wieviel bleibt von einem Menschenleben?: Kiste eins der Göldi-Akten im Landesarchiv des Kantons Glarus © Heinrich Speich, 2011
  • Wo Anna Göldi am 13. Juni 1782 ihr Leben gelassen hat, steht heute mitunter ein Schlachthaus © Heinrich Speich, 2011

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Elizabeth Korrodi-Aebli: Auf den Spuren der „letzten Hexe" Anna Göldi - der Fall - die Presseberichte. Darstellung des Göldi-Handels und seiner publizistischen Verarbeitung im 18. Jahrhundert. Volkskundliche Lizentiatsarbeit, Zürich 1996

  • Elizabeth Korrodi-Aebli: Göldi [Göldin], Anna. In Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D43539.php

  • Rolf von Arx: Kopfgeld auf Anna Göldi (ungedrucktes Typoskript)

  • Walter Hauser: Der Justizmord an Anna Göldi. Neue Recherchen zum letzten Hexenprozess in Europa. Zürich, 2007

  • Perikles Monioudis: Annas Carnifex. Ein Stück in fünf Bildern / Es Stugg i füüf Bilder. Glarus, 2010

  • Eveline Hasler: Anna Göldin, letzte Hexe. München, 2009 (23. Auflage)

  • Kaspar Freuler: Anna Göldi. Glarus, 2008 (9. Auflage)

Multimedia
  • Die letzte Hexe - Anna Göldi 
    Die schönsten Sagen und Märchen ... 
    Rosemarie Hegner erzählt von der letzten Hexe Anna Göldi
    Ref. Schweizerische Nationalphonothek:
    CD50130 T. 2

Dossier
  • Anna Göldi

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 19.07.2012
    Grösse: 249 kb
    Typ: PDF