Köhlern im Entlebuch


Kategorie:
Traditionelles Handwerk
  • Umgang mit der Natur
Kanton:

Beschreibung

Das Glimmen von Holz in einem Meiler zur Gewinnung von Holzkohle nennt man Köhlern. In der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Romoos im luzernischen Entlebuch üben die letzten Köhler der Schweiz das alte Handwerk auf professioneller Basis im Nebenerwerb aus. Die Köhlerei hat im Napfbergland eine Jahrhunderte alte Tradition. Weil die Wälder lange Zeit unerschlossen blieben, war eine Stammholznutzung nicht möglich und man verlegte sich auf die Produktion von Holzkohle. Allein in der Gemeinde Romoos lassen sich über 200 historische Kohlplätze nachweisen. Der aufwändigste Teil der Arbeit besteht im Herstellen und Präparieren eines Meilers unter freiem Himmel. Er entsteht durch Aufschichten von Abfallholz zu einem etwa vier Meter hohen und zehn Meter breiten Haufen. Nach dem Anzünden glimmt der Meiler unter ständiger Überwachung des Köhlers etwa zwei Wochen vor sich hin. Schliesslich erfolgt das kraftraubende und schweisstreibende Herausziehen der Kohle. Die Romooser Köhler stellen auf diese Art ungefähr hundert Tonnen Kohle pro Jahr her. Bis in die 1980er-Jahre nahm ihnen die Stahlindustrie ihr Erzeugnis ab. Nach dem Rückzug dieser Abnehmerbranche spezialisierten sich die Köhler auf den Markt für Grillkohlen.

Bildergalerie

  • Aufbau des Meilers mit der Errichtung des Schachtes («Füllihus») in der Mitte des Kohlplatzes, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Der Bodenrost ist das Fundament des Meilers, in dessen Mitte der eingesteckte «Füllibaum» emporragt, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Ein Köhler trägt die «Löschi» auf den Meiler auf, im oberen Teil ist die Reisigabdeckung sichtbar, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Aus dem brennenden Meiler tritt Wasserdampf aus, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Der Köhler reguliert den fortschreitenden Verkohlungsprozess durch das Stechen von Luftlöchern, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Alle paar Stunden ernährt der Köhler den Meiler durch Einwerfen glühender Kohle ins «Füllihus», zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Bis zu sechs Tonnen Grillholzkohle ziehen die Köhler aus einem abgebrannten Meiler heraus, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Tradierung über Generationen: Köhler Anton Häfliger vom Schnürhüsli in Romoos, um 1895 © Paul Duss, Romoos
  • Die Romooser Köhler Josef Häfliger und Franz Koch vor einem Meiler während des Zweiten Weltkriegs © Paul Duss, Romoos
  • Aufbau des Meilers mit der Errichtung des Schachtes («Füllihus») in der Mitte des Kohlplatzes, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Der Bodenrost ist das Fundament des Meilers, in dessen Mitte der eingesteckte «Füllibaum» emporragt, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Ein Köhler trägt die «Löschi» auf den Meiler auf, im oberen Teil ist die Reisigabdeckung sichtbar, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Aus dem brennenden Meiler tritt Wasserdampf aus, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Der Köhler reguliert den fortschreitenden Verkohlungsprozess durch das Stechen von Luftlöchern, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Alle paar Stunden ernährt der Köhler den Meiler durch Einwerfen glühender Kohle ins «Füllihus», zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Bis zu sechs Tonnen Grillholzkohle ziehen die Köhler aus einem abgebrannten Meiler heraus, zwischen 1980 und 2005 © Paul Duss, Romoos
  • Tradierung über Generationen: Köhler Anton Häfliger vom Schnürhüsli in Romoos, um 1895 © Paul Duss, Romoos
  • Die Romooser Köhler Josef Häfliger und Franz Koch vor einem Meiler während des Zweiten Weltkriegs © Paul Duss, Romoos

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Michael Arnold: Die Meilerköhlerei in den Wäldern der Luzerner Napfgemeinde Romoos. Entwicklung einer fortswirtschaftlichen Nebennutzung im 19. und 20. Jahrhundert. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Universität Zürich, 1982

  • Josef Duss: Holzköhlerei am Cholfirst. Ed. Schmiedezunft Eligius. Schlatt, 1978

  • Paul Duss: Holzköhlerei in Romoos. Romoos, 2008

  • Anne-Marie Dubler: Köhlerei. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Bern, 2008 (www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D14031.php)

Dossier