Vereinswesen


Beschreibung

Wenn Menschen regelmässig zusammenkommen und gleichberechtigt ihr gemeinsames, ideales Ziel anderen gegenüber kundtun wollen, gründen sie einen Verein. In der Schweiz gibt es achtzig- bis hunderttausend Vereine. Davon gehört fast die Hälfte dem Sportbereich an. Bedeutsam sind indes auch Vereine im kulturellen, sozialen und politischen Bereich. In der flexiblen Vereinsform sind sogar wirtschaftliche Kartelle von Produzenten und Handelnden organisiert. Dass in der Schweiz die Vereinsform so verbreitet ist und täglich Vereine gegründet werden – andere über die Jahre «einschlafen» –, liegt unter anderem an den günstigen rechtlichen Rahmenbedingungen: einerseits an der verfassungsrechtlich garantierten Vereinigungsfreiheit, anderseits an der Vereinsautonomie, die es einem Verein innerhalb bestimmter Regeln erlaubt, sich ohne behördliche Zustimmung eigene Statuten zu geben. Als sich das Vereinswesen im 18. Jahrhundert herausbildete, war die Vereinigungsfreiheit von den Obrigkeiten allerdings noch nicht anerkannt, ebenso wenig zu Beginn des grossen Aufschwungs des Vereinswesens im 19. Jahrhundert. Damals wurden mehrere Eidgenössische Verbände gegründet, die seither regelmässig gesamtschweizerische Feste organisieren, ferner Frauen-, Arbeiter- und Ausländervereine. Bis in die gegenwärtige Mediengesellschaft haben Vereine ihre politische und gesellschaftsintegrierende Bedeutung nicht verloren. Rund die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner über vierzehn Jahre betätigt sich in mindestens einem Verein.

Bildergalerie

  • Urschweizer-Verein in Zürich: Fahne aus Seide des 1886 gegründeten «Heimweh-Vereins» © Schweizerisches Nationalmuseum
  • TCS: Mit 1.6 Millionen Mitgliedern wahrscheinlich der mitgliederstärkste Verein der Schweiz © Touring Club Suisse/Schweiz/Svizzero TCS
  • FIFA: Einer der weltweit bekanntesten Vereine mit Sitz in der Schweiz © Kurt Schorrer, 2007/foto-net/FIFA
  • Ab 1832 veranstaltete der damalige Eidgenössische Turnverein die Eidgenössischen Turnfeste © Peter Friedli/Schweizerischer Turnverband STV Aarau
  • Urschweizer-Verein in Zürich: Fahne aus Seide des 1886 gegründeten «Heimweh-Vereins» © Schweizerisches Nationalmuseum
  • TCS: Mit 1.6 Millionen Mitgliedern wahrscheinlich der mitgliederstärkste Verein der Schweiz © Touring Club Suisse/Schweiz/Svizzero TCS
  • FIFA: Einer der weltweit bekanntesten Vereine mit Sitz in der Schweiz © Kurt Schorrer, 2007/foto-net/FIFA
  • Ab 1832 veranstaltete der damalige Eidgenössische Turnverein die Eidgenössischen Turnfeste © Peter Friedli/Schweizerischer Turnverband STV Aarau

Referenzen und Dossier

Informationen
  • Bernd Helmig, Hans Lichtsteiner, Markus Gmür (Ed.): Der dritte Sektor der Schweiz. Schweizer Länderstudie im Rahmen des Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project. Bern, 2010

  • Paul Hugger (Ed.): Handbuch der schweizerischen Volkskultur, Zürich 1992

  • Cornelia Hürzeler (Ed.): Die Kooperation von Gemeinden und Vereinen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse in zehn Schweizer Gemeinden im Auftrag von Migros-Kulturprozent. Zürich, 2010

  • Hans Ulrich Jost, Albert Tanner (Ed.): Geselligkeit, Sozietäten und Vereine - Sociabilité et faits associatifs. Zürich, 1991

  • Vreni Schawalder: Unser Verein. Handbuch für Vorstand und Mitglieder. Zürich, 2009 (3. Auflage)

  • Urs Scherrer: Wie gründe und leite ich einen Verein? Vereine und Verbände im schweizerischen Recht. Zürich, 2009 (12. Auflage)

  • Paul Trappe (Ed.): Politische und gesellschaftliche intermediäre Gewalten im sozialen Rechtsstaat. Basel, 1990

  • Urs Scherrer: Wie gründe und leite ich einen Verein? Vereine und Verbände im schweizerischen Recht. Zürich, 2009 (12. Auflage)

  • Paul Trappe (Ed.): Politische und gesellschaftliche intermediäre Gewalten im sozialen Rechtsstaat. Basel, 1990

  • Richard Traunmüller, Isabelle Stadelmann-Steffen, Kathrin Ackermann, Markus Freitag: Zivilgesellschaft in der Schweiz. Analysen zum Vereinsengagement auf lokaler Ebene. Zürich, 2012

  • Gisela Völger, Karin v. Welck Karin (Ed.): Männerbande. Männerbünde. Zur Rolle des Mannes im Kulturvergleich. Köln, 1990

Dossier
  • Vereinswesen

    Ausführliche Beschreibung Gültig ab: 03.01.2013
    Grösse: 313 kb
    Typ: PDF